Exubera – ein inhalierbares Insulin
Was für eine tolle Erfindung! Das erste inhalierbare Insulin mit dem Handelsnamen Exubera ist auf dem Markt! Heute war ein Vertreter der Firma Pfizer bei mir in der Apotheke und hat das neue Medikament vorgestellt.
Exubera ist ein weißes Pulver das inhaliert wird. Eine einzeldosis-Blisterpackung enthält entweder 1 mg oder 3 mg Insulin human. Jedoch ist zu beachten, dass die Humaninsulinexposition nach Anwendung von 3 mal 1 mg Blisterpackung Einzeldosis deutlich höher als die Anwendung von einer 3 mg Einzeldosis ist. So kann die 3 mg-Blisterpackung nicht durch drei 1 mg-Blisterpackungen ersetzt werden. Das Humaninsulin ist gentechnologisch mittels K 12-Stämmen von Escherichia coli hergestellt.
Das neue Medikament Exubera ist zur Inhalation für Erwachsene mit Diabetes Mellitus (Typ 2) bestimmt. Nach Nutzen-Risiko-Abwägung druch den Arzt kann Exubera auch zu subkutanem lang oder verzögert wirkendem Insulin gegeben werden.
Vor Gebrauch des Inhalationsgerätes ist eine Schulung (meist sofort in der Arztpraxis) nötig. Aber ein mal gezeigt ist es wirklich ganz einfach, ich hatte auch schon ein Demonstrationsgerät in der Hand. Ein toller Vorteil gegenüber Insulinspritzen ist, dass das Insulin durch die orale Inhalation über die Lunge sofort wirkt (schon nach 10 Minuten). Durch den durchsichtigen Mittelkörper des Inhalationsgerätes sieht der Patient genau wenn alles inhaliert ist.
Die Langzeitverträglichkeit von dem inhalativem Humaninsulin Exubera wurde bei Kinder und Jugendlichen noch nicht ausreichend untersucht. Deshalb ist (vorerst) die Anwendung bei Patienten unter 18 Jahren nicht empfohlen. Zu beachten ist, dass währen der Therapie mit Exubera auf keinen Fall geraucht werden soll! Mindestens 6 Monate vor Beginn der Therapie muss das Rauchen aufgegeben worden sein, sonst besteht erhöhtes Hypoglykämierisiko.
Also eine tolle Sache, ich bin ja schon gespannt was meine ersten Patienten berichten oder was Sie hier in meinem Gesundheits- und Apothekenblog kommentieren!



Habe Exubera im Mai 2006 ,ich nehme an ,dass ich einer der Ersten war,inhaliert.Es ging 10 Tage gut,dann bekam ich einen Hustenanfall.Ich dachte mir,vielleicht bin ich erkältet und setzte Exubera für ca. 10 Tage ab.Nun unternahm ich einen zweiten Versuch,leider bekam ich sofort wieder einen schrecklichen Hustenafall und war froh ,dass meine Frau zu Hause war,die mir beistand.Da niemand mit Exubera Erfahrung hat und mir einen Rat geben kann habe ich wieder angefangen zu spritzen.Bin Diabetiker Typ II,es wäre eine tolle Sache wenn es klappen würde,vielleicht wissen Sie einen Rat. Mit freundlichen Grüßen R.Wolff
Das klingt ja nicht toll. Ich kann mich noch genau erinnern als der Vertreter bei uns in der Apotheke war und Exubera vorstellte, da war ich ganz schön erstaunt und neugierig wie sich Exubera wohl entwickelt. Wir sind eine große Apotheke, aber bei uns war bis jetzt noch gar kein Patient mit einer Exubera Verordnung. Ich weiß nicht warum die Ärzte Exubera nicht aufschreiben, aber somit habe ich auch noch keine Feedback von Patienten mit Exubera. Weiß leider auch keinen Rat, aber wenn der Vertreter wieder zu uns in die Apotheke kommt spreche ich ihn darauf an!
lg Claudia
Ich versuche nun schon längere Zeit, dass mir ein Arzt Exubera verschreibt. Mein Hausarzt meinte, er könne es nicht verschreiben, da die Krankenkassen die Kosten nicht übernehmen. Ich habe daraufhin mir meiner Krankenkasse gesprochen und gehört, dass die Kosten grundsätzlich übernommen werden.
Mein Diabetologe hat auch immer eine andere Ausrede, warum er es nicht verschreiben kann.
Mir kommt fast der Verdacht, dass es an dem Budget der Ärtze liegt, weil sie Exubera nicht verschreiben.
Wenn das bei den meisten Ärzten so ist, kann sich Exubera am Markt vielleicht nicht lange halten.
ja un wegen so nem scheiss bin ich vielleicht bald mein job los weil es sich nicht verkäuft
Ja ,was denke ich. Seit September 2005 wende ich Exubera an. Bis August 2006 war ich Probant. Im Mai 2006 erhielt man es dann in der Apotheke. Meine Krankenkasse ist nicht begeistert, wenn Exubera veraschrieben wird, da es sicher zu teuer ist.
Mir bekommt Exubera sehr gut. Auch die Anwendung ist sehr einfach. Überall kann man es anwenden und muß sich nicht “aushosen” zum spritzen. Zur Zeit erhalte ich Exubera noch auf Rezept.Aber zukünftig werde ich wohl damit leben müssen, zu spritzen.
Das ist sehr schade, da sich während der einjährigen Probantenzeit meine Langzeitzuckerwerte erheblich verbessert haben. Exubera ist also ein Medikament was mir hilft. Wenn ich dann mit dem Spritzen anfangen muß, bedeutet das für mich wieder einnal Zeit zu investieren,die man eigentlich in der heutigen Zeit nicht hat, wenn man einer Vollbeschäftigung nachgeht.
Inzwischen ist Exubera DER Flop des Jahres. 2,8 Milliarden hat Pfizer damit Versenkt. schon auf der Einführungspressekonferenz in Frankfurt war klar das dieses Medikament nicht lange überlebt. Drum schrieb ich auch im Juni 2006: “Vielleicht brauchen wir nur eine bessere Ausbildung der Ausbilder oder Ärzte und weniger Scheininnovationen, die unser Gesundheitssystem weiter belasten, auch wenn das Insulin bis heute nur 4% der Kosten in der Diabetestherapie Deutschlands ausmacht.”
Nachzulesen auf http://diabeticus.de/infos/exubera.html